Wissen zum P-Konto

Konto gepfändet: Diese Schritte helfen jetzt

Ein Mann klärt ein Schreiben telefonisch und hält Termine fest

Wenn eine Pfändung den Zugriff auf Ihr Geld einschränkt, sind die richtigen Ansprechpartner und Fristen entscheidend. Verschaffen Sie sich zuerst Klarheit über Ihr Konto, die Pfändungsunterlagen und den benötigten Schutz.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erfragen Sie bei Ihrer Bank den Eingang der Pfändung und den Kontostatus.
  • Verlangen Sie bei Bedarf die Umwandlung Ihres bestehenden Kontos in ein P-Konto.
  • Beschaffen Sie Nachweise für zusätzliche Freibeträge parallel.
  • Die Forderungsprüfung und der Schutz des Kontoguthabens sind getrennte Aufgaben.

Zuerst die konkrete Kontosituation klären

Eine abgelehnte Kartenzahlung kann verschiedene Ursachen haben. Lassen Sie sich von Ihrer Bank bestätigen, ob tatsächlich eine Kontopfändung vorliegt, welches Konto betroffen ist und ob es schon als P-Konto geführt wird. Fragen Sie nach dem Datum, an dem der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss oder eine entsprechende Verfügung eingegangen ist.

Notieren Sie den Gläubiger, das Aktenzeichen und den Namen der Stelle, die die Pfändung veranlasst hat. Diese Angaben helfen, Kontoangelegenheiten bei der Bank und rechtliche Fragen bei der zuständigen Stelle zuzuordnen. Bewahren Sie auch Umschläge und Zustellnachweise auf, soweit daraus wichtige Daten hervorgehen.

Falls mehrere Pfändungen bestehen, fragen Sie nach allen betroffenen Vorgängen. Die Erledigung einer einzelnen Forderung bedeutet dann nicht automatisch, dass das Konto vollständig frei ist. Eine Übersicht über Aktenzeichen, Gläubiger und offene Beträge verhindert, dass Sie bei Rückfragen verschiedene Verfahren verwechseln.

Den Pfändungsschutz bei der Bank veranlassen

Ist Ihr bestehendes Einzelkonto noch kein P-Konto, verlangen Sie die Umwandlung ausdrücklich bei der Bank. Bei bereits gepfändetem Guthaben können Sie die Führung als P-Konto zum Beginn des vierten folgenden Geschäftstages nach Ihrem Verlangen fordern. Bewahren Sie den Zugangsnachweis und die Antwort der Bank auf.

Für den rückwirkenden Schutz kommt es zusätzlich auf die Monatsfrist des § 899 ZPO an: Das Konto muss vor Ablauf eines Monats seit Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank umgewandelt werden. Diese Frist ist nicht mit vier Wochen oder vier Geschäftstagen gleichzusetzen. Lassen Sie sich das maßgebliche Datum bestätigen.

Liegt ein Gemeinschaftskonto vor, greifen besondere Regeln. Es lässt sich nicht unverändert als gemeinsames P-Konto weiterführen. § 850l ZPO regelt unter anderem eine zeitlich gebundene Möglichkeit, Anteile auf Einzelkonten zu übertragen. Sprechen Sie diesen Umstand direkt an und holen Sie bei Bedarf fachliche Hilfe.

Eine Beschwerde, ein Telefonat mit dem Gläubiger oder ein vereinbarter Beratungstermin ersetzt nicht den Umwandlungsauftrag bei Ihrer Bank. Bearbeiten Sie die nötigen Schritte deshalb parallel.

Geld für den Alltag verfügbar halten

Der Grundfreibetrag beträgt seit 1. Juli 2026 monatlich 1.590 Euro. Er schützt vorhandenes Kontoguthaben; er füllt ein leeres Konto nicht auf. Prüfen Sie, ob Unterhalt, Kindergeld oder andere Leistungen einen höheren Schutz begründen. Einen passenden Nachweis reichen Sie bei der Bank ein.

Stellen Sie die unmittelbar anstehenden Zahlungen zusammen: Miete, Energie, Lebensmittel und weitere laufende Verpflichtungen. Notieren Sie Betrag und Fälligkeit. Diese Übersicht zeigt, wann eine konkrete Verfügung benötigt wird, und hilft Ihnen, die Dringlichkeit gegenüber Bank oder Beratungsstelle sachlich darzustellen.

Wenn ein Betrag trotz P-Konto nicht verfügbar ist, lassen Sie die Ursache klären. Es kann ein fehlender Erhöhungsnachweis, eine Nachzahlung, alter Übertrag oder ein abweichender Pfändungsbeschluss dahinterstehen. Unter Guthaben und Übertrag finden Sie die Fragen, mit denen Sie eine verständliche Aufstellung anfordern können.

Wer ist für welches Problem zuständig?

Anliegen und Ansprechpartner
AnliegenPassende Stelle
Umwandlung, Kontostand, verfügbare BeträgeKontoführende Bank
Bescheinigung zu bestimmten ZahlungenLeistungsträger, Arbeitgeber oder geeignete Person/Stelle
Prüfung von Schulden und HaushaltslageGeeignete Schuldnerberatungsstelle
Besondere Freigabe bei zivilrechtlicher PfändungVollstreckungsgericht
Pfändung durch eine öffentliche StelleVollstreckungsbehörde; gesetzliche Ausnahmen beachten

Anliegen und Ansprechpartner

Anliegen

Umwandlung, Kontostand, verfügbare Beträge

Passende Stelle
Kontoführende Bank

Anliegen

Bescheinigung zu bestimmten Zahlungen

Passende Stelle
Leistungsträger, Arbeitgeber oder geeignete Person/Stelle

Anliegen

Prüfung von Schulden und Haushaltslage

Passende Stelle
Geeignete Schuldnerberatungsstelle

Anliegen

Besondere Freigabe bei zivilrechtlicher Pfändung

Passende Stelle
Vollstreckungsgericht

Anliegen

Pfändung durch eine öffentliche Stelle

Passende Stelle
Vollstreckungsbehörde; gesetzliche Ausnahmen beachten

Bei einer zivilrechtlichen Kontopfändung wird der Schutz über den vorgesehenen Antrag beim Vollstreckungsgericht geklärt. Bei einer bundesrechtlichen Verwaltungsvollstreckung, etwa durch bestimmte öffentliche Gläubiger, tritt nach § 910 ZPO grundsätzlich die Vollstreckungsbehörde an die Stelle des Gerichts. Das Gesetz enthält jedoch Ausnahmen.

So bleibt unter anderem die Entscheidung über Nachzahlungen nach § 904 Absatz 5 beim Vollstreckungsgericht. Auch § 907 gehört zu den ausgenommenen Vorschriften. Es reicht daher nicht, pauschal jeden Antrag an den Absender der Forderung zu schicken. Nennen Sie bei der Anfrage den konkreten gewünschten Schutz und das Aktenzeichen.

Eine Beratungsstelle kann helfen, die Unterlagen zu ordnen und den passenden Weg zu erkennen. Sie hebt aber nicht selbst jede Pfändung auf. Ebenso kann die Bank nicht beliebig über gesetzliche oder gerichtlich festgelegte Grenzen hinweg Guthaben freigeben.

Pfändungsschutz und Forderung getrennt prüfen

Die Einrichtung eines P-Kontos beendet die zugrunde liegende Forderung nicht. Sie schützt einen Teil des Guthabens, damit laufende Ausgaben möglich bleiben. Ob die Forderung berechtigt ist, ob Zahlungen richtig berücksichtigt wurden und welche Einwendungen offenstehen, ist eine eigene Prüfung.

Wenn Ihnen die Forderung unbekannt ist oder Unterlagen fehlen, lassen Sie sich beraten und reagieren Sie auf gerichtliche Schreiben innerhalb der dort maßgeblichen Fristen. Schicken Sie wichtige Post nicht ungeprüft zurück. Bewahren Sie Schriftstücke und Zahlungsbelege so auf, dass ein Zusammenhang zwischen Forderung, Gläubiger und bereits geleisteten Beträgen erkennbar bleibt.

Eine Ratenvereinbarung mit einem Gläubiger führt nicht automatisch dazu, dass die Bank die Pfändung als beendet behandelt. Fragen Sie nach der konkreten Wirkung der Vereinbarung und dem erforderlichen Nachweis gegenüber der Bank. Lassen Sie sich Änderungen schriftlich bestätigen, bevor Sie mit einer vollständigen Freigabe planen.

Mit einer geordneten Mappe schneller Hilfe erhalten

Für eine erste Beratung müssen nicht alle Unterlagen perfekt sortiert sein. Beginnen Sie mit den dringendsten Schreiben und teilen Sie mit, wenn der Zugang zu Geld für den Lebensunterhalt blockiert ist. Erkundigen Sie sich ausdrücklich nach einem kurzfristigen Termin für den Kontopfändungsfall.

  • Pfändungsschreiben, gerichtliche oder behördliche Schreiben und Aktenzeichen.
  • Aktuelle Kontoauszüge und die Auskunft zum verfügbaren Guthaben.
  • Lohnabrechnungen, Leistungsbescheide und Nachweise zu Unterhalt.
  • Bereits eingereichte P-Konto-Bescheinigungen und Beschlüsse.
  • Übersicht über monatliche Einnahmen, feste Ausgaben und wichtige Fälligkeiten.

Schuldnerberatung ist nicht erst bei einem geplanten Insolvenzverfahren sinnvoll. Auch die Klärung eines Freibetrags oder die Ordnung mehrerer Forderungen kann Anlass für Hilfe sein. In unserer Übersicht Schuldnerberatung und Anlaufstellen finden Sie direkte Wege zu öffentlichen und gemeinnützigen Angeboten.

Geben Sie sensible Finanzunterlagen nur an die Stelle, die Sie tatsächlich berät oder den Antrag bearbeitet. Diese Informationswebsite nimmt keine Fallunterlagen entgegen. Die Kontaktangaben im Impressum dienen Anliegen zum Websitebetrieb, nicht der Bearbeitung eines Pfändungsverfahrens.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Soll ich zuerst die Bank oder den Gläubiger anrufen?

Klären Sie den Kontostatus und den Umwandlungsbedarf sofort mit der Bank. Fragen zur Forderung können parallel mit dem Gläubiger oder einer Beratungsstelle geklärt werden. Warten Sie mit dem Kontoschutz nicht auf eine Einigung.

Schützt ein normales Girokonto mein Einkommen automatisch?

Bei einer Kontopfändung ist die P-Konto-Funktion der zentrale Weg zum gesetzlichen Schutz des Kontoguthabens. Gehen Sie nicht allein wegen der Herkunft einer Zahlung davon aus, dass sie auf einem gewöhnlichen Girokonto verfügbar bleibt.

Ist die Monatsfrist dasselbe wie vier Wochen?

Nein. Das Gesetz nennt einen Monat ab Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank. Lassen Sie sich das relevante Datum und den Umwandlungsbeginn bestätigen.

Wird die Kontopfändung durch ein P-Konto aufgehoben?

Nein. Die Pfändung bleibt grundsätzlich bestehen; geschützt ist Guthaben im gesetzlichen oder individuell festgesetzten Umfang. Die Forderung selbst ist gesondert zu klären.

Kann ich trotz Pfändung meine Miete überweisen?

Im Rahmen verfügbarer geschützter Beträge und der vereinbarten Kontoleistungen sind Überweisungen möglich. Ob ausreichend Geld verfügbar ist, zeigt die konkrete Auskunft Ihrer Bank.

Was mache ich bei einer Pfändung durch das Finanzamt?

Klären Sie die P-Konto-Führung mit der Bank. Für weitere Anträge ist die Zuständigkeit anhand der Vollstreckungsart und Schutzvorschrift zu prüfen. § 910 ZPO enthält dabei ausdrückliche Ausnahmen zugunsten des Gerichts.

Hilft eine Ratenvereinbarung sofort gegen die Sperre?

Das ist nicht automatisch so. Entscheidend sind die Vereinbarung und die rechtliche Wirkung gegenüber der Bank. Lassen Sie sich die erforderliche Freigabe beziehungsweise Beendigung bestätigen.

Wo bekomme ich kurzfristig Unterstützung?

Wenden Sie sich an eine geeignete örtliche Schuldnerberatungsstelle und nennen Sie die akute Kontopfändung. Bei laufenden Rechtsfristen kann zusätzlich anwaltliche Hilfe erforderlich sein.

Quellen und redaktioneller Stand

Redaktion: Sven Siepmann · Geprüft am . Die Informationen beziehen sich auf Deutschland. Sie ersetzen keine Prüfung Ihres Einzelfalls durch eine geeignete Beratungsstelle oder Rechtsberatung.

Mit dem nächsten Schritt weiterkommen.

Einrichten, Freibetrag nachweisen oder Hilfe finden: Wählen Sie die Information, die zu Ihrem Anliegen passt.

Zum passenden Ratgeber